1981 - 2021
Correspondence- and briefing language: German and English
Es
Christian von der Eltz
My Story
Mit Anfang 20 landete ich mehr oder weniger aus Versehen als Fotoassistent in einem Muenchner Studio. Zufaellig gehoerte diese Studio zu den besten Werbestudios in Deutschland. Auch fuer BMW. Mein damaliger Chef attestierte mir ausser- gewoehnliches Talent fuer diesen Job und faedelte nach einem Jahr ein Treffen mit Dr. Wolf Dieter Herbst, CEO und Creative Director BMW Lead-Agentur, in Muenchen ein. Nach einer Stunde gab es eine klare Ansage: „Montagmorgen bist Du in der Agentur und hast 4 Wochen Zeit.  Danach sehen wir weiter. Und glaube mir, ich habe keine Probleme damit dich nach 4 Wochen oder auch frueher zu feuern.“ „Ups“…Das war 1982. Was dann in den naechsten 3 Jahren passierte, veraenderte mein Leben. Ich wurde „rechte Hand“ von Herbst, der mich nicht nur „machen liess, er beorderte mich in nahezu jedes offizielle BMW- Meeting. Die Chemie stimmte einfach. In meinem ganzen Leben ist mir nie wieder jemand wie Herbst begegnet. Als Creative Director unglaublich, als Mensch bewunderungs- wuerdig. Was ich wurde habe ich ihm zu verdanken. Er gab mir Richtung und Orientierung und ich wuerde sogar sagen, dass er massgeblich auch meine Persoenlichkeit mit gepraegt hat. Ein Vollblut CD-Texter mit analytischem Sachverstand, einer messerscharf strategischen Denke und durch- organisert bis ins letzte Detail. Hinzu kam seine persoenliche Konzilianz und Eleganz im Umgang mit anderen Menschen. Herbst ueberliess ausnahms- los nichts dem Zufall. Eine im hoechsten Grade respektierte Kreativ-Autoritaet seiner Zeit. Wenn andere um 5 nach Hause gingen, hockten wir bis Nachts um 3 (und laenger) mit Pizza, Rotwein und Kaffee ueber Kampagnen und Ideen. Ich erinnere mich an meine aller erste eigene PR Retail-Kampagne. „BMW Lichttestwochen“. Print, Radio und TV mit Lothar Matthaeus und Claus Augenthaler. Ich hatte die Idee, ich habe die Kampagne geschrieben und mit Herbst produziert.  Hier habe ich laufen gelernt!
Herbst wurde krank und verliess die Agentur. Es war nicht mehr dasselbe, aber Dank Herbst nur ein Anruf, um bei M&V Draft World Wide zu landen. (Heribert Schneider) Ich verantwortete von da an Peugeot, Dresdner Bank und Yamaha. Die Schonfrist war vorbei. Ich lernte rennen. Aber auch hier verabschiedete ich mich nach drei Jahren und war „under contract“ bei der Headhunter Agentur Jensen Consult in Frankfurt. Bei Mc Cann Erickson, Duesseldorf und spaeter Leo Burnett, Frankfurt lernte ich kaempfen mit und fuer Etats wie Good Year, Agfa, Bundeswehr, Camel, Opel, Fiat usw. Alles Accounts im 8-stelligen Bereich plus X. Ohne die Zeit bei BWW und ohne das Wissen und die Erfahrung von Herbst haette ich das nicht „ueberlebt“. Die Grundlage hat gestimmt. Machen wir uns nichts vor. Ein Agenturjob ist nichts fuer schwache Nerven. Zumindest war das so zu meiner Zeit. Und irgendwann war es dann genug. Ich wurde mehr und mehr zum Manager und war immer weniger Creative Director. Und ich vermisste die Fotografie. Ich leitete Shootings, fotografierte aber nicht mehr selbst. 1992 zog ich die Reisleine. Ich gruende noch im selben Jahr CEA GmbH, gewann einen Pitch und lebte noch zunaechst fuer 1 Jahr als Gast der Regierung, PR Berater und Photographer in Belize (Mittelamerika) Zurueck in Deutschand richtete ich dann mein erstes eigenes Studio inklusive Buero ein. Offen fuer jetzt nahezu alles was Geschaeft versprach, wuchs CEA nun auf 15 Mitarbeiter inkl. Ausbildungsprogramm fuer Werbe- kaufleute mit IHK-Pruefung an. Wir produzierte Cross Media PR-Kampagnen und Handouts. Ende der 90iger stand bei uns einer der ersten onlinefaehigen PC‘s. In einem eigens eingerichteten Media Solution- Lab experimentierten wir 2000 bereits mit digitalen Anzeigen und Webvideos, die wir schon als Attachment per Mail an Kunden versenden konnten.  
2002 kam dann der grosse Absturz. Der Boersencrash „New Media“ begann mit Gigabell in Frankfurt und endete fuer eine Vielzahl von Agenturen mit dem Bankrott. Etats und Agenturvertraege wurden ueber Nacht gekuendigt. Es herrschte Eiszeit in der Deutschen und auslaendischen Werbeindustrie. Mich hat das Photostudio gerettet und die Faehigkeit flexibel auf die Marktgeschehnisse zu reagieren, strategisch zu denken und mich auf das Wesentliche zu fokussieren. Keiner meiner Mitarbeiter hat seinen Job verloren. Doch in all den Krisenmeetings, die wir zu dieser Zeit hatten, hat sich eines bestaetigt: Am Ende stehst „Du“ alleine da. „Du“ bekommst eine Menge guter Ratschlaege und Handlungsempfehlungen, fuer die aber niemand die Verantwortung uebernehmen will. Wer braucht das?! Herbst hatte viele Jahre zuvor mit mir auch ueber Krisen- szenarien gesprochen. Aber jetzt lernte ich, was das in Echtzeit bedeutet. Man muss handeln! Ueberlegt und konsequent. Also packte ich regelmaessig meine Klamotten und suchte die Einsamkeit. Und auf den endlosen Spaziergaengen oder auch Stunden auf Parkbaenken fragete ich mich: „Wie weit wuerde ich gehen…?“ Ich mache das uebrigens heute noch. Zurueck kam ich mit dutzenden von handgeschriebenen Seiten ueber Ideen, Konzepte und Vorhaben zur Ab- arbeitung und Diskussion mit Mitarbeitern. Es hat funktioniert. Aber ich habe nie wieder ein Meeting an- beraumt, dass sich irgendwie mit einer wichtigen Unternehmensentscheidung befassen sollte. Letzendlich haben mich die Wege auch deshalb mehr und mehr in die Welt gefuehrt, weil der Mut da war Grenzen zu ueberschreiten, Risiken einzugehen und sich mein interner Abstimmungsbedarf effizienter gestaltete. Die neue Normalitaet: (Europa, Afrika, USA, …Asien ab 2010 ) Dabei ging es mir nie um wirtschaftliches Wachstum. Ich wollte immer Creative Director und Photographer sein und bleiben, lernen und neue Grenzerfahrungen machen. Bei allem was ich tue, verfolge ich immer auch eine tiefere Sinnhaftigkeit. Irgendwann vor 10 Jahren habe ich in Asien gelernt, dass man ein (Berufs-) Leben gestalten und den westlichen Lebensyzklus  ausser Kraft setzten kann. Seitdem lebe ich nach der Japanischen Philosophy „Ikigai“.
However: Aber irgendwann kommt man dann doch tatsaechlich an Grenzen und erkennt selbstkritisch seine Defizite. Vielleicht nicht so sehr in direkter Verbindung mit dem Job, aber indirekt im Gespraech mit Menschen ausserhalb von Bueros und Studios. Ich habe mit Ende 30 wieder angefangen Universitaets- vorlesungen zu besuchen. Das zwar nur als Gasthoerer, dafuer aber umso ernsthafter. Ich besuchte Vorlesungen an der Kunstakademie in Duesseldorf und war Gasthoerer an der juristischen Fakultaet. Und selbstverstaedlich: Lesen hilft. Ich fing wieder an mich vermehrt fuer Geschichte, auch Kunstgeschichte zu interessieren und ging mit Bio- graphien namhafter Photographen, Kreative und Unter- nehmern ins Bett. Die Wochenenden verbrachte ich in Galerien und Museen oder eben mit…Arbeit. Seit 2015 bin ich selbst Gast Professor fuer Kommunikation und Art + Design an einer Shanghaier Universitaet. Ich suche nach wie vor nach Grenz- erfahrungen und nehme jede Gelegenheit wahr, weiter zu lernen und mich in jeder Hinsicht sichtbar auch weiter zu entwickeln. Sowohl als Creative Director, als Photo- grapher …als Jazz Drummer; als Mensch. Stillstand und Stagnation empfinde ich als etwas unertraegliches. Selbst in Zeiten der Pandemie sehe ich noch genuegend Freiraum, Zeit sinnvoll zu nutzen.
All das habe ich nie als Arbeit oder Belastung empfunden. Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wann ich in den letzten 30 Jahren bewusst Urlaub gemacht habe… Ich mag es nicht als Tourist zu reisen oder in irgendeiner Weise als solcher identifiziert zu werden. Diese Art des Reisens passt nicht zu mir. Ich versuche mit Street Photography Dinge von „innen“ zu sehen und nicht von aussen- oder daneben- stehend. In 20 Jahren fuer die Hotel- und Tourismusindustrie, fuer Markenunternehmen, Institutionen, Menschen des oeffentichen Lebens und  Kuenstler hat sich diese scheinbar widerspruechliche Philosophy als richtig erwiesen. Auf diese Weise entstehten Bildarchive fuer Story-Illustrationen, Reportagen, Dokumentationen oder Fotostrecken; Material fuer Beitraege, Buecher oder Austellungen…einerseits… Andererseits sind die Gespraeche und Erfahrungen mit und von anderen von unschaetzbaren Wert und praegen die eigene Wahrnehmung, um neu zu Denken und Altes in Frage zu stellen. Die fuer mich inspirierensten Orte, um darueber nachzudenken, sind Straende, Waelder und Cafes; aber auch hektische Hotspots, an denen ich alles unwesentliche ausblende und mich fokussiert inspirieren lasse. Nur dabei habe ich die persoenliche Freiheit mir von den „hoechsten Hoehen“ bis zu den „tiefsten Abgruenden“  alles vorstellen zu koennen und im Fluss meiner Gedanken zu bleiben.  Dabei denke ich in Keywords, Stories, Bilder und Szenen; fuer andere und fuer mich selbst…
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Diese Vorgehensweise beeinflusst meine Handlungen. Ich weiss was ich tue, wie und warum… und ich kann das erklaeren, weil die Essenz daraus logisch bleibt.